Schweden, Sachsen oder Rom – Wer hat den Glühwein erfunden?


Schweden, Sachsen oder Rom – Wer hat den Glühwein erfunden?

Um die Erfindung des Glühweins ranken sich seit jeher zahlreiche Mythen und Legenden. Mehrere Regionen beanspruchen die Entstehung des beliebten Wintergetränkes für sich.

Aus Sachsen in die Welt?

Vor einigen Jahren sorgte das sächsische Archiv für Aufsehen. Dort soll das älteste Glühwein-Rezept Deutschlands gefunden worden sein, welches 1843 unter der Feder des Raugrafen August Josef Ludwig von Wackerbarth entstanden sei. Die Behauptungen, dieser sei zeit seines Lebens als Alchemist bekannt, seien falsch, behauptet Nils Brübach, Referatsleiter des Sächsischen Staatsarchivs. Statt auf Rezepte für ewigen Reichtum stieß der Wissenschaftler im Nachlass des Raugrafen ausschließlich auf zahlreiche Rezepte diverser Weinmischgetränke. Auch auf eines, das dem heutigen Glühwein schon recht nahe kommt. Rechnet man die damals verwendeten Maßeinheiten auf die aktuellen um, kommt nach heutigem Geschmack jedoch ein ziemlich überwürzter Wein heraus, der wohl kaum jemandem schmecken dürfte.

römische Feinschmecker und schwedischer Glögg

Das Deutsche Weininstitut in Mainz sieht diese Geschichte zur Erfindung des Glühweins jedoch eher kritisch. Es ist sich sicher, dass schon die Schweden im 16. Jahrhundert unter König Gustav Wasa ihrem warmen Wein die heute charakteristischen Gewürze beimischten . Heutzutage ist dieser Würzwein unter dem Namen „Glögg“ auf der ganzen Welt bekannt und zur Weihnachtszeit äußerst beliebt. Eine Verbindung nach Sachsen ist allerdings nicht von der Hand zu weisen. Immerhin war König Wasas Ehefrau, Katharina von Sachsen-Lauenburg, aus dem deutschen Sachsen.

Wenn man es ganz genau nimmt, reicht die Geschichte des Glühweins sogar bis zu den alten Römern zurück. Unter Historikern ist klar, dass diese bereits gewürzten Wein tranken. Heutzutage ist ein Rezept aus dem 1. Jahrhundert vor Christus bekannt, das vom antiken Feinschmecker Apicius stammt. Da dieser Wein jedoch sehr wahrscheinlich kalt genossen wurde, gehen die Meinungen darüber, ob es sich damals schon um echten Glühwein handelte, auseinander.

Die Erfindung des modernen Glühweins

Über den ersten kommerziellen Glühwein, ist man sich allerdings einig: 1956 stellte der Augsburger Rudolf Kunzmann zum ersten Mal fertig abgefüllten und für die breite Masse erschwinglichen Glühwein her. Endlich mussten die Menschen sich ihren Glühwein nicht mehr aufwändig mit teuren Gewürzen selbst zusammenmischen. Man konnte sich die Flasche ganz einfach fertig abgeschmeckt in einer Gaststätte kaufen. Von dort aus breitete sich das praktische Wintergetränk rasant auf die Weihnachtsmärkte aus und gehört bis heute unzertrennlich zur Weihnachtszeit dazu

Mit unserem weißen Glühwein Hyggelig haben wir übrigens das Rad nicht neu erfunden: schon zu Zeiten von Wackerbarths wurde auch weißer Wein gewürzt. In den Schriften des Raugrafen findet sich unter den insgesamt 65 Rezepten immerhin auch eines für ein Mixgetränk auf Weißweinbasis. Etwas ausgefallener als noch zu von Wackerbarths Zeiten ist Røsabel, unser beliebter Roséwein mit dem Aroma echter Rosenblüte und sorgfältig ausgesuchten Gewürzen, die im Winter für die Extraportion Gemütlichkeit sorgen.

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